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Laut
der archäologischen Grabungen in der Nachbargemeinde Bartholomäberg wurde der
Bergkamm von St. Anton über Bartholomäberg bis zum Kristberg schon 1500
vor Christus besiedelt. Mehr zu diesem Thema erhältst Du gleich.
Weitere
Zeitzeugen sind die
St. Agatha
Bergknappenkirche am Kristberg (Älteste Kirche des
Montafons), das Bruderhüsli und die
Klause von Jos Erhard sowie die heutige Kulturlandschaft
(bewachsene Schutthügel) aus
der Bergknappenzeit.
Archäologische
Grabungen auf einer prähistorischen Siedlung in Bartholomäberg im Juli &
August 2000.
Geschichte
des Montafon bis dato:
Bisher
galt das Montafon in der Vorarlberger Landesforschung erst seit etwa 1.100 nach
Christus besiedelt. Das geschichtlich für Vorarlberg so wertvolle Churrätische
Reichsgutsurbar, das Königliche Einkünfteverzeichnis des
Bistums
Chur, welches
auf 842 nach Christus datiert wird, nennt allerdings bereits ein
Eisen-Ministerium (Eisenamt) in dem 8 Schmelzöfen erwähnt werden.
Ägidius
Tschudi
(lebte 1505 - 1572) lokalisiert
im 16. Jahrhundert die Angaben des
Urbars in einer Randbemerkung: "Das
jsenwerck
jn Montafun im Walgow". Es ist daher eine Besiedelung bereits
zur Karolingerzeit anzunehmen, jedoch nicht gesichert.
Laut mündlicher Überlieferung stand bereits
um 1100 nach Christus
eine Kirche am Bartholomäberg. Den ersten schriftlichen Nachweis finden wir
allerdings erst 1230 nach Christus im Zinsbuch der Pfarre Bartholomäberg.
Neue
geschichtliche Erkenntnisse
auf Grund der Grabungen:
Nachdem
die früheisenzeitliche Kulturschicht mit Keramik- und Metallfunden des 6. und
frühen 5. Jahrhunderts durchgraben war, konnten in einer tiefer gelegenen
Kulturschicht ab etwas 0,75 m Tiefe die ersten bronzezeitlichen Funde (aus der
mittleren Bronzezeit - zwischen ca. 1500 - 1400 vor Christus) geborgen werden.
Mittlerweile
konnten auch einige Belege erbracht werden, dass auf dem mittleren Plateau
während der älteren Eisenzeit Häuser gestanden sind.
Bei
einer Steinplatte mit konisch eingearbeitetem Loch handelt es sich um einen
Türangelstein. Eine steinverkeilte Pfostengrube weist ferner darauf hin, dass
Gebäudekonstruktionen in Ständerbauweise vorhanden waren. Andere
größere Steine sind dagegen wohl als Unterlagssteine für
Schwellbalkenkonstruktionen zu interpretieren.
Schließlich
belegen rote angebrannte Lehmbröckchen - sogenannter Hütten- oder Wandlehm,
dass Hauswände mit Lehm verstrichen worden sind.
Zusammenfassung:
Am
östlichen Rand der "Platta" liegt eine befestigte
prähistorische Höhensiedlung, die erst im Jahre 1999 durch den Archäologen
Dr. Rüdiger Krause entdeckt wurde.
Bis
dahin galt das Montafon als in der Urgeschichte nicht besiedelte, inneralpine
Tallandschaft. Lediglich einige bronze- und eisenzeitliche Einzelfunde aus dem
2. und 1. Jahrtausend vor Christus ließen eine Begehung durch den
prähistorischen Menschen erahnen.
Die
Entdeckung der befestigten Höhensiedlung belegt jedoch schon jetzt eine
urgeschichtliche Besiedelung des Montafons, die sehr wahrscheinlich auf die
Erkundung der Kupfererzlagerstätten am Bartholomäberg und im Silbertal
zurückzuführen ist.
Die
erste archäologische Ausgrabung (Sommer 2000) auf den zwei Siedlungsterrassen
hatte eine genauere Datierung der Besiedlung sowie die Ermittlung der
Befestigungskonstruktion zum Ziel. Die Auswertung der mittlerweile zahlreichen
verkohlten botanischen Großreste, erster Erzproben und der archäologischen
Fundmaterialien, wird wichtige neue Ansätze für eine Fortsetzung der
Ausgrabungen erbringen.
Projektpartner
in Kooperation mit der Abteilung Bodendenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes in
Wien:
-
Priv.-Doz.
Dr. Rüdiger Krause vom Institut für Prähistorische Archäologie der
Freien Universität in Berlin
-
Prof.
Dr. Klaus Oeggl vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck
-
Prof.
Dr. Ernst Pernicka, Lehrstuhl für Archäometallurgie an der TU Bergakademie
Freiberg/Sachsen
-
Ferdinand
Vallaster von der Bartholomäberger Bergwerksbruderschaft
-
Bürgermeister
Martin Vallaster von der Gemeinde Bartholomäberg
-
das
Land Vorarlberg
-
das
Bundesministerium für
Unterricht und Kunst
-
sowie
die Europäische Union
Unter
http://homepage.univie.ac.at/elisabeth.trinkl/forum/forum0306/38mont.htm
ist ein ausführlicher Bericht über die Grabungsarbeiten nachlesbar.
Weitere aktuelle Infos über die
Arbeiten und Forschungen von Priv.-Doz.
Dr. Rüdiger Krause sind unter
http://uibk.ac.at
einlesbar.
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